Herr Daniel Bern­beck, Geschäfts­füh­rer der Deutsch-​​Iranischen Han­dels­kam­mer, sagt über den Iran im Früh­jahr 2014:

Bei dem Wort Iran nur ein­sei­tig die poli­ti­schen Risi­ken und die immer noch gel­ten­den Sank­tio­nen zu sehen, oder ande­rer­seits nur die enor­men Reich­tü­mer an Roh­stof­fen, die junge, gebil­dete Bevöl­ke­rung zu sehen, greift viel zu kurz.

Der bereits in erheb­li­chem Maß indus­tria­li­sierte ira­ni­sche Markt ist nicht nur durch die bei­den gegen­sätz­li­chen Begriffe Risiko oder Poten­tial zu beschrei­ben. Er ist vor allem ein enorm kom­ple­xer Markt, der sich einem nur durch eine ein­ge­hende Befas­sung und nur durch dau­er­hafte Anwe­sen­heit im Iran selbst erschließt.

Dazu ist die Bereit­schaft erfor­der­lich, sich mit den Schwie­rig­kei­ten des ope­ra­ti­ven All­tags in einem Land des Mitt­le­ren Ostens umzu­ge­hen. Zwar gehört der Iran kul­tu­rell zum erwei­ter­ten Mit­tel­meer­raum, jedoch zeigt er die Züge eines ori­en­ta­li­schen Lan­des mit einer wei­ter­hin sehr undurch­sich­ti­gen, teil­weise inkom­pe­ten­ten Büro­kra­tie. Hinzu kommt der Umstand einer nicht uner­heb­li­chen Rechts­un­si­cher­heit gepaart mit Män­geln bei der gericht­li­chen Durch­set­zung von Ansprü­chen. Außer­dem teil­weise will­kür­lich erschei­nende admi­nis­tra­tive Abläufe, eine teil­weise offen betrie­bene Kor­rup­tion, die Macht poli­ti­scher und wirt­schaft­li­cher „Netz­werke“, die sich einem offe­nen Wett­be­werb ent­zie­hen und ähn­li­ches mehr.

Im Ver­gleich zu eini­gen sei­ner Nach­bar­staa­ten ist der Iran ein ural­ter Staat mit einem alten, kul­tur­tra­gen­den und ent­spre­chend selbst­be­wuss­ten und auf seine Unab­hän­gig­keit bedach­ten Volk. Die Struk­tu­ren sind ent­spre­chend viel­schich­tig, eng­ma­schig und daher auf den ers­ten, ober­fläch­li­chen Blick nicht zu erfas­sen und schon gar nicht zu durch­schauen.
Es braucht einen lan­gen Atem, um in einem sol­chen Markt zu beste­hen. Wer die­sen lan­gen Atem besitzt, den schre­cken die diver­sen Risi­ken nicht und dem win­ken in der Tat die enor­men Mög­lich­kei­ten eines gro­ßen, rei­chen, in der Region und dar­über hin­aus sehr wich­ti­gen Mark­tes.“